klimAktiv.de: Chemtrails: Theorien über Kondensstreifen

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Chemtrails: Theorien über Kondensstreifen

"Das Umweltbundesamt in Dessau räumt ein, daß die dahinterstehende Idee nicht völlig aus der Luft gegriffen sei: "In der Tat gab und gibt es im wissenschaftlichen Bereich verschiedene theoretische Vorstellungen, zum Schutz des Klimas unterschiedliche Stoffe (zum Beispiel Aluminiumoxid, Aluminium, Ruß, Eisenverbindungen) in die Atmosphäre einzubringen." Allerdings habe sich diese Form des "Geoengineering" nicht durchsetzen können, ja, es sei nicht einmal zu Versuchen gekommen.

Nichts von alldem ist bislang realisiert, jedenfalls gibt es keinerlei Hinweise darauf. Und außer einem - entsprechend zum Flugverkehr - wachsenden Aufkommen an Kondensstreifen am Himmel haben die "Chemtrail"-Aktivisten auch nichts vorzuweisen."

Forschungsberichte des Max-Planck-Instituts für Chemie, Mainz

Forschungsberichte des Max-Planck-Instituts für Chemie, Mainz

Spione für atmosphärische Schadstoffe u. Treibhausgase:
neue Sateliteninstrumente ermöglichen globalen Blick (PDF)

Kleine Partikel mit großer Wirkung auf Klima und Gesundheit (PDF)

Aerosolmassenspektrometrie - Messung verkehrsbedingter Partikelemission (PDF)

Accent Magazin 9/06: Luftverkehr und Klima

Accent Magazin, Ausgabe 9/06, Flugverkehr und Tourismus

Luftverkehr und Klima (DOC)

Autor:
Elmar Uherek - Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz
Co-Autor und Reviewer:
Volker Grewe - Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Dieser Artikel entstand in Kooperation der europäischen Forschungsprojekte ACCENT und ECATS.

Faszinierende Contrail-Aufnahmen (Kondensstreifen)

Bilder-Galerie auf Airliners.net von faszinierenden Contrail-Aufnahmen.
Hier eine weitere Bilder-Galerie, wie auch hier und hier.

Solche Aufnahmen werden gut und gerne als "Chemtrails" deklariert bzw. fehlinterpretiert und der Quellenhinweis unkenntlich gemacht.













Diese Bildergalerie zeigt, dass es bereits im 2. Weltkrieg bleibende Kondensstreifen am Himmel gegeben hat.

Fuel Dumping - Kerosinschnellablass / Kraftstoffschnellablass / Treibstoffschnellablass

Fuel Dumping, zu deutsch Kerosinschnellablass, Kraftstoffschnellablass, Treibstoffschnellablass.

Katalyse - Institut für angewandte Umweltforschung
Umweltlexikon: Kerosinschnellablass

"Zu unterscheiden sind unmittelbare Notlagen, bei der der Luftfahrzeugführer sofort reagieren muss, um die Sicherheit der Passagiere nicht zu gefährden und solche, die es zulassen, dass der Treibstoffschnellablass erst nach Erreichen einer entsprechenden Mindestflughöhe von 5.000 Fuß über Grund durchgeführt wird. Im letzteren Fall weist die Flugsicherung im Wege von Flugverkehrskontrollfreigaben den Flugweg und die Flughöhe zu, es gibt jedoch keine festgelegten Zonen für den Treibstoffablass. "


Luftpiraten.de: Luftfahrt-Lexikon
Fuel Dump

"
Auch Jettisoning genanntes notfallbedingtes Ablassen von Treibstoff im Flug, um bei Langstreckenflug- zeugen (B747, MD11, A340) vor einer außerplanmäßigen Landung das Gewicht des Flugzeugs auf das höchstzulässige Landegewicht herabzusetzen. Dem Flugzeug wird dabei ein besonderer Luftraum (Dumping Area - über mgl. unbebautem Gebiet) zugewiesen. Das Ablassen findet meist in Höhen von 4-8 km statt, die vorgeschriebene Mindesthöhe ist 1500 m und eine Geschwindigkeit von 500 km/h. Es dürfen keine geschlossenen Kreise geflogen werden. Das Kerosin wird von den Turbulenzen hinter dem Flugzeug zu feinem Nebel verteilt. Bei einem Dump in Mindesthöhe bei 500 km/h erreichen theore- tisch 8% Kerosin den Boden, dies ergibt eine Belastung von einem einfachen Schnaps auf 1000 m²."


Flughafen München - Umweltinformation

Ablassen von von Kraftstoff aus Flugzeugen (PDF)




Aufnahmen einer Boeing 747 der KLM - Royal Dutch Airlines während eines Fuel Dumping, in einer entstandenen Notlage zur Vorbereitung auf eine Notlandung.

"Please look closely, these are not contrails, this KLM 747 is actually dumping fuel overhead the English Channel before it returns to Amsterdam after an inflight emergency shortly after take-off. "


Private Videoaufnahmen aus einem Flugzeug, während einer entstandenen Notlage (einer der Passagiere benötigte sofortige, medizinische Versorgung) zur Vorbereitung auf einen Landeanflug mit entsprechendem Fuel Dump.

Nachgehakt: Angebliches Beweismaterial von einem Sprühflugzeug und eines Chemtrail-Druckbehälters

Auf Chemtrail.de (Betreiber der Seiten: Werner Altnickel!) befinden sich in der Kategorie "Bilder", genauer die Unterkategorie "Sprayer" diverses, vermeintliches Beweismaterial.

Halbwahrheiten zurechtgerückt:

Unter anderem wird auf dieses Bild hingewiesen, mit der Angabe, es handle es sich dabei um einen "Chemtrail"-Druckbehälter der Firma Conair.


Auf diesen "Chemtrail Infoseiten" * (Update: nicht mehr online) hat man sich einer anderen Quelle bedient, die wenigstens so schlau gewesen ist, die Firma Conair aus dem Spiel zu lassen.
Die Farbe herausgenommen (damit es "historischer" wirkt) und als, Zitat: "Was die Medien nicht finden wollen, finden wir." auf die Schlagzeile gebracht, hat es den höchsten Aufmerksamkeitsswert gewonnen.

* Diese Seite führte in der Google Trefferliste "Chemtrails" die unangefochtene Spitze an.



Eine kurze Recherche bei der Firma Conair gibt natürlich schnell Aufschluss darüber, dass es sich hierbei um eine Gesellschaft zur Herstellung von Löschflugzeugen zur Brandbekämpfung handelt.

Ja, auch Löschflugzeuge benötigen im Innenraum diverse Druckbehälter zur Brandbekämpfung, auch bei der Firma Conair.

"Conair is Canada's most experienced specialty aircraft operations provider, delivering a comprehensive range of aerial fire control products and services."



Ein weiteres Bild soll als Beweismaterial für ein "Sprühflugzeug" herhalten. Verständlicherweise ohne Quellenangabe.





Dass es sich hierbei um eine Fotografie aus dem Jahre 1974(!) handelt, ebenso diese 6 angebrachten Rauch-Generatoren für eine Studie über Wirbel der NASA verwendet wurden, davon ist keinerlei Rede.

"Six smoke generators were installed under the wings of the 747 to provide a visual image of the trailing vortices. The object of the experiments was to test different configurations and mechanical devices on the747 that could be used to break up or lessen the strength of the vortices. The results of the tests could lead to shorter spacing between landings and takeoffs, which, in turn, could alleviate air-traffic congestion."






Hier auch ein weiteres Foto aus dem Jahre 1974 aus dieser Studienreihe mit einer Boeing 727.



und hier noch ein weiteres Foto aus der gleichen Studienreihe aus dem Jahre 1977 mit einer Lockheed L-1011:




Randbemerkung:
Wäre die NASA der "Bösewicht" gewesen, hätte man doch, logischerweise, erst Recht auf die Quellenangabe des Bildmaterials verweisen können. Erst durch Recherche-Arbeit war es überhaupt möglich, das Bild der Originalquelle NASA zuzuordnen.


Ein weiteres Foto soll als KC-135 Maschine während einer "Sprühung" herhalten:
Auch chemtrails-info.de bietet dieses Foto an, chemtrails.erazor-zone.de ebenfalls.



Hierbei handelt es sich gar nicht um eine KC-135 (man achte auf die File-Bezeichnung), sondern um eine Boeing E-6, die während eines Treibstoffablass fotografiert wurde, wie auch ein sehr schlauer Blog-Kollege herausfand.

Das Originalfoto befindet sich direkt auf Tacamo.org.
Was TACAMO bedeutet, wird hier sehr schön erklärt.

Aber mit der Quellenangabe scheinen es Verschwörungstheoretiker nicht so genau zu nehmen.


Nachgehakt: Angebliche deutsche Regen- und Schneeanalysen nach "Chemtrail-Sprühungen"

Auf diversen Verschwörungsseiten wird immer wieder gerne auf diese Boden-Analysen verwiesen und als Beweis zur Existenz von "Chemtrail-Sprühungen" hingestellt.

Wer jetzt noch eine, wie auf den Seiten beschrieben, "starke Ausrichtung an Christus" hat, der befolge auf der Quellenseite dieser Bodenanalysen die "Anrufung der Venusianer und der Meister der Weisheit". Vielleicht wird man nach dieser mehrmaligen Anrufung von diesen bösen "Chemtrails" befreit.



Hinterfragt man diese Analyse aus diesen Bodenwerten, wird man auch sehr schnell fündig: Aluminium- und Bariumvorkommnisse in Nahrung und Natur, was natürlich diese Bodenrückstände erklären lassen:


Bundesverband der Lebensmittelchemiker/innen im öff. Dienst e.V.
Aluminium in Lebensmittel

Auszug

"Aluminium ist das in der Natur am häufigsten vorkommende Metall. Wegen seiner guten technologischen Eigenschaften findet es breite Anwendung zur Herstellung von Bedarfsgegenständen, die mit Lebensmitteln Kontakt haben. Reines Aluminium sowie eine Reihe chemischer Aluminiumverbindungen finden als Zusatzstoffe in Lebensmitteln Verwendung."


Zusatzstoffe-Online.de: E173 (Farbstoff) Aluminium

European Aluminium Association: Aluminium und Gesundheit (PDF)

DocCheck-Flexikon: Aluminium

Umweltforschungsplan des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit:
Leitbildorientierte physikalisch-chemische Gewässerbewertung (PDF)


Umweltlexikon-Online: Saurer Regen

Auszug:

"
Schwermetalle und das reichlich im Boden vorhandene Aluminium werden ausgewaschen und gelangen ins Grundwasser. Bei gleichzeitigem Calcium- und Magnesiummangel schädigen die freigesetzten Aluminium-Ionen die Feinwurzeln der Pflanzen und Bäume."


Der Einfluss von saurem Regen auf die natürliche Umwelt

Auszug

"
Versauern die Böden, so werden wichtige Nährstoffe (z.B. die Ionen von Calcium Ca und Magnesium Mg) ausgewaschen, bevor Bäume und andere Pflanzen diese zum Wachstum einsetzen können. Hierdurch sinkt die Fruchtbarkeit des Bodens. Weiterhin wird Aluminium in Form seines dreiwertigen Kations Al3+ freigesetzt. In dieser Form kann es giftig für die Pflanzen sein. Aluminium schädigt die Wurzelhaare der Pflanzen und reduziert die Aufnahme von Phosphor und anderer Nährstoffe. Die Bäume sterben oft an Unterernährung und reduzierter Abwehrkraft."


Robin Wood Magazin: ...und plötzlich waren die Fische tot




Chemikalien-Lexikon: Barium

Wissen.de: Barium

Food-Info.net: Barium

"
Große Mengen an Barium können nur im Boden und in Lebensmitteln wie Nüssen, Seegrad, Fisch und bestimmten Pflanzen gefunden werden."


Grundwassersanierung.de

"Aluminium gelangt durch Auflösungsprozesse bedingt durch den sauren Regen in natürliche Gewässer und kann das Wurzelsystem von Pflanzen schädigen. Eine weitere Emmissionsquelle ist die unsachgemäße Vorgehensweise bei Flockungsprozessen mit Aluminiumsulfat."

"In natürlichen Wässern findet sich Barium in der Regel als Spurenelement. Ein weiterer Eintrag erfolgt über Industrieabwässer. Für den Menschen gefährlich ist eine Dosis von 600 mg/l."


Hassia Gruppe - Service Info: Barium

Auszug

"
Ist Barium in Mineralwasser gesundheitsschädlich?

Barium ist nur schwer wasserlöslich und kommt daher in Mineralwasser allenfalls in Spuren vor. Für deutsche Mineralwässer ist ein Höchstwert von 1 mg/l festgelegt, der die Sicherheit des Verbrauchers gewährleistet. Negative gesundheitliche Folgen durch Bariumaufnahme mit Lebensmitteln, Trink- und Mineralwasser sind bisher nicht beobachtet worden, auch nicht bei sehr einseitiger Ernährung.

Wie viel Barium ist in Lebensmitteln enthalten?

In Lebensmitteln kommt Barium meist nur in Spuren von weniger als 0,002 mg/kg vor. Einige Getreideprodukte und Nüsse können jedoch höhere Bariumgehalte aufweisen, z. B. Kleie (3,9 mg/kg) oder Pekan-Nüsse (6,7 mg/kg).

Wie viel Barium ist in Trinkwasser und Mineralwasser enthalten?

Barium ist nur schwer wasserlöslich und kommt daher in Grundwässern nur in sehr geringen Mengen vor; selten liegen die Gehalte oberhalb von 1 mg/l. Zu den Bariumgehalten deutscher Trinkwässer liegen keine Untersuchungen vor. In deutschen Mineralwässern liegen die Bariumgehalte zwischen „nicht nachweisbar“ und knapp unter 1 mg/l.

Wie gelangt Barium in Trinkwasser und Mineralwasser?

Grundwasser, das bariumhaltige Gesteine durchfließt, kann es daraus lösen, allerdings nur in sehr geringen Mengen, da Barium schwer wasserlöslich ist."

Nachgehakt: ZDF Sendung über die Thematik Klimawandel von Joachim Bublath

In Verschwörungskreisen wird immer wieder gerne dieses Video aus einer, Thematik "Klimawandel", Sendung vom ZDF, herausgerissen, als vermeintliche "Beweislage" für die Existenz von Chemtrails zweckentfremdet und missbraucht.

Dass hierbei die Rede von "Schwefeldioxid" ist und von einem Nachweis über "Aluminium- u. Bariumverbindungen" überhaupt keine Rede ist, scheint dem geneigten Chemtrail-Gläubigen nicht zu interessieren - Hauptsache Chemie!


Hierzu auch nähere Erklärungen zur Entstehung von Schwefeldioxid aus den sich bildenden Kondensstreifen:

Dr. Dieter Thierbach:
Warum sind Kondensstreifen der Flugzeuge immer weiss?

"Bereits wenige Meter hinter den Triebwerken erscheinen die Kristalle als weißer Eisschleier. Die wiederum reflektieren das Sonnenlicht und werden dadurch sichtbar. Die Analyse der Kristalle hat ergeben, dass sie nicht aus reinem Wasser, sondern aus feinstverteilten Schwefelsäuretröpfchen („Sulfataerosole“) gebildet werden, die wiederum aus dem Schwefeldioxid der Abgase entstehen.

Diese Aerosolteilchen wirken als Kristallisationskeime. Sie bringen die in der Gasphase hoch beweglichen Wassermoleküle zur Ruhe und in räumliche Nähe zu einander, so dass sich nach und nach weitere Moleküle darauf ablagern können sich und Tröpfchen bzw. Eiskristalle vergrößern. Bevor die Rußpartikel also zur Keimzelle für Eiskristalle werden können, müssen sie zuerst von einem dünnen Schwefelsäurefilm überzogen werden."


Eine schöne Erklärung findet sich auch in diesem Uni-Forum.


Bundesministerium für Bildung und Forschung:
Forschung und Praxis für Klimaschutz und Anpassung (PDF)

Auszüge daraus:

"Mittelschnelllaufende Diesel-Großmotoren werden weltweit in der Schifffahrt und überwiegend in Entwicklungs- und Schwellenländern als Motorenkraftwerke eingesetzt. Das Verhalten dieser Motoren bezüglich ihrer Emissionen von klimarelevanten Gasen wie CO2, von treibhausaktiven Gasen der Stickstoffoxid-Ozon-Kette und insbesondere von Partikeln ist bisher kaum erforscht.
BIOCLEAN untersucht das Emissionsverhalten der Motoren unter Einsatz unterschiedlicher Treibstoffe (Schweröl, Biotreibstoff, regenerative Treibstoffe) bezüglich CO2, Schwefeldioxid, Kohlenwasserstoffe, Stickstoffdioxid, Schwefelsäure und Partikel. Durch die gleichzeitige Betrachtung von CO2 und anderen klimawirksamen Komponenten kann eine mögliche Erhöhung der Emissionen klimarelevanter Stoffe bei gleichzeitiger Reduktion der CO2-Emissionen berücksichtigt werden. Das weltweite Reduktionspotenzial an klimaaktiven Emissionen durch die Nutzung alternativer Kraftstoffe für Motorkraftwerke und Schiffsmotoren wird in Modellstudien untersucht. Diese Studien schaffen die Basis für Entscheidungen, wo und unter welchen Bedingungen der Einsatz alternativer Kraftstoffe besonders sinnvoll ist"


Archiv, Universität Heidelberg:
Flugzeugmessungen von Schwefeldioxid und Bodenmessungen von Schwefelsäure innerhalb von Flugzeuggasturbine. Auswirkungen auf die Bildung von amtosphärischen Aerosol. (PDF)

Auszug:

"Diese kleinen ε Werte ermöglichen die Bildung und das Wachstum flüchtiger Aerosolpartikel wie auch die Aktivierung von Russpartikeln durch Schwefelsäure im Abgas von Flugzeuggasturbinen, welche die Bildung von Kondensstreifen und möglicherweise sogar Zirruswolken auslösen kann."


myclimate: Erklärung Treibhauseffekt



Chemtrails toxikologisch sicher ausgeschlossen

Chemtrails toxikologisch sicher ausgeschlossen

"Resumée:

1. Flugbenzin wäre völlig untauglich durch Zusatz von Aluminium oder anderen Metallen. Zusätze erfolgen mit leichtflüchtigen Lösemitteln. Zusatztanks gibt es nicht in Flugzeugen.

2. Zur Klimaveränderung müsste man Millionen von Tonnen in der Atmosphäre versprühen, dies ist völlig unrealistisch. Die Ozonschicht liegt etwa 30 km höher als Flugzeuge fliegen.

3. Unzählige Untersuchungen von Dachrinnensedimenten, die beste Untersuchung von Umweltgifte, erbrachte in keinem einzigen Fall nur den geringsten Hinweis dafür, dass Aluminium von Flugzeugen versprüht wurde.

4. Die beschriebenen Auffälligkeiten der Kondensstreifen existieren in dieser Form unverändert seit der Existenz von Flugzeugen. Unterschiedliche Ionendichte, Feuchtigkeit und Druckluftschwankungen (s.Lufthose!) imitieren zahlreiche Variationen. Sie sind eindrucksvoll, aber keinesfalls von Menschenhand gemacht.

5. Die Behauptung der Existenz von Chemtrails ist ein neues Beispiel dafür, dass die globale Unkenntnis über Gifte die Menschen zum Spielball von Gewissenlosen macht. Je faustdicker ein Märchen gelogen ist, desto mehr Leute glauben daran. Leider!"




Greenpeace Magazin 05/04: Ein Himmel voller Verschwörer

Greenpeace Magazin 05/04:

Ein Himmel voller Verschwörer

"Unter dem Suchwort „Chemtrails“ fand die Internet-Suchmaschine Google Anfang August 79.100 Treffer *; einen Monat zuvor waren es noch 28.500. Das Thema entwickelt sich zur Mutter aller Verschwörungstheorien: Ob Ufos oder CIA-Versuche mit Bewusstsein verändernden Drogen – nichts scheint zu weit hergeholt, als dass es sich nicht in das finstere Weltbild des um sich greifenden Kondensstreifen-Kults integrieren ließe.

„Die Sache mit den Chemtrails hat sich unglaublich schnell ausgebreitet“, stellt auch Thomas Hagbeck fest, bis vor kurzem Sprecher des Umweltbundesamtes und nun in gleicher Funktion im Umweltministerium. Jedenfalls haben sein Ministerium, Politiker, Bundesnachrichtendienst, Forschungsanstalten und nicht zuletzt Greenpeace in den letzten Wochen Hunderte besorgter Anrufe und E-Mails erhalten, die unisono von „kriminellen Experimenten in der Atmosphäre“ berichten.

Während die meisten Politiker und Wissenschaftler die E-Mails als „Chemtrail-Spam“ (der Meteorologe Jörg Kachelmann) in den Papierkorb werfen, hat die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn immerhin eine parlamentarische Anfrage zum Thema versprochen. Umweltbundesamt oder Greenpeace antworten mit den wissenschaftlichen Fakten: Ja, manche Kondensstreifen bleiben länger sichtbar. Das war schon immer so und lässt sich mit unterschiedlicher Luftfeuchte und natürlichen Verwirbelungen der Atmosphäre erklären. Ja, theoretisch kann man das Klima durch in der Stratosphäre versprühte Chemikalien beeinflussen. Doch es gibt keinerlei Hinweis, dass dies wirklich geschieht. Ohnehin müsste ständig gesprüht werden, um überhaupt einen Klimaeffekt zu erzielen, was Tausende Flugzeuge, Zehntausende Mitwisser und Milliarden-Euro-Etats erfordern würde – eine kaum geheim zu haltende Mammutoperation."


* aktuell (August 2008) 1.300.000 Treffer